Klassische Textstrukturierung

Heutzutage wird in wissenschaftlichen Arbeiten immer häufiger die numerische Gliederung der Überschriften verwendet, also etwa „2.4.6.3.2 Thema“. Es gibt aber auch die – nach wie vor anerkannte – Variante, die Überschriften mit Großbuchstaben, römischen Zahlen, arabischen Zahlen, Kleinbuchstaben und griechischen Buchstaben zu strukturieren, also, analog zum obigen Beispiel, „B. IV. 6. c) ß) Thema“. Diese Aufzählungsvariante kann man (natürlich!) in LaTeX setzen – aber nicht ohne weiteres.
Eine weitere Forderung von mir an dieses Schema (außer, daß es nicht von Hand, sondern automatisch von LaTeX gezählt und benannt wird – sonst würde es ja die Verwendung von LaTeX ad absurdum führen) war, daß im Inhaltsverzeichnis nicht der komplette Eintrag für die Hierarchie-Nummer, sondern immer nur das Zeichen für die letzte Gliederungsaufzählung erscheint. Also z. B. „ß) Thema“ statt „B. IV. 6. c) ß) Thema“. Das war die eigentliche Schwierigkeit – denn die Nummerierung der Überschriften kann relativ einfach mittels \renewcommand{Gliederungs-Label-Befehl}{Aussehen} durchgeführt werden, also z. B. \renewcommand{\thechapter}{\Alph{chapter}}; für einen Zähler mit griechischen Buchstaben gibt es das Paket greekctr, das analog zu Befehlen wie \Roman, \arabic, etc. die Befehle \greek und \Greek zur Verfügung stellt.

Nach einiger Recherche und schlußendlicher Hilfestellung von Markus Kohm (dem Autoren des KOMA-Scripts), habe ich eine funktionierende Lösung gefunden. Die Original-Quelldatei ist alt_struktur.tex, ihre Ausgabe (zur Ansicht) alt_struktur.pdf.

Überschriften und Inhaltsverzeichnis werden folgendermaßen gesetzt:

Angepaßtes Inhaltsverzeichnis
Angepaßte Textstrukturierung

Die Überschriften werden so nummeriert, wie gewünscht, außerdem werden bei Querverweisen (wie im Duden beschrieben) alle Klammern und Punkte weggelassen. Der Duden sagt allerdings, daß die Klammern und Punkte (nur) bei Querverweisen im laufenden Text weggelassen werden sollen. Einen Querverweis in einer Fußnote sehe ich persönlich nicht als laufenden Text an – ich habe aber bisher keine Idee, wie man die Verweise anders definieren könnte, wenn sie in Fußnoten stehen.

Mit dem o. g. Code gibt es allerdings ein Problem. Bei der Verwendung des titlesec- und titletoc-Pakets werden die Punkte und Klammern generell weggelassen. Da ich dieses Problem bisher nicht lösen konnte, aber nicht auf die beiden Pakete verzichten wollte, habe ich den Code etwas abgeändert.
In der Datei alt_struktur_beispiel.tex habe ich die Klammern und Punkte fest in die Gliederungsbefehle eincodiert und die KOMA-Script-Option pointlessnumbers gesetzt. Das ist zwar technisch nicht unbedingt schön, man kann aber ohne Probleme die beiden Pakete verwenden. Als folge dieses „Hardcodings“ werden natürlich auch in allen Querverweisen die Klammern und Punkte gesetzt. Da ich aber bisher keine zufriedenstellende Möglichkeit gefunden habe, das, im Gegensatz zur Verwendung innerhalb von Fußnoten, nur innerhalb des laufenden Textes zu verhindern, erscheint mir die Änderung als sinnvoll.

Ein Beispiel für eine mögliche Formatierung ist alt_struktur_beispiel.tex (Ausgabedatei: alt_struktur_beispiel.pdf). Wer mit dem Aussehen der Überschriften zufrieden ist, sollte trotzdem in jedem Fall die großen Abstände im Inhaltsverzeichnis korrigieren, da diese nicht sonderlich ästhetisch wirken.

Das Ergebnis der o. g. Formatierungsanweisungen sieht so aus:

Angepaßtes, formatiertes Inhaltsverzeichnis
Angepaßte, formatierte Textstrukturierung

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